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Kulmbacher Freerider beim Heliskiing auf Kamchatka zwischen Himmel und Hölle…
Seit 3 Tagen hat es ununterbrochen geschneit, gewindet, getobt…endlich hat es aufgeklart. Bergführer Charly Hetz, Horst Kneitz, Mucki Drenske und Robert Weichard aus Kulmbach sitzen zusammen mit 12 weiteren Tiefschneesüchtigen an Bord eines gigantischen 4800 PS starken MI-8 Hubschraubers und donnern im wahrsten Sinne des Wortes Richtung Awatschinskij. Majestätisch erhebt sich der 2750m hohe Vulkan aus der weißen tief verschneiten Ebene. Er stößt Rauchwolken aus die schräg nach oben steigen, leichter Seewind aber ideales Flugwetter.
Ein perfekter Tag auf Kamchatka der Halbinsel an der Beeringsee, direkt gelegen auf dem sog. Pazifischen Feuerring der noch aus 29 aktiven Vulkanen besteht. Eine nahezu unberührte Wildnis von der Größe Deutschlands mit einem akkumulierten Jahresdurchschnitt von 20m Niederschlag in den Bergen.
Lead Guide Flory Kern dirigiert Sascha dem Piloten zusammen mit Fedja unserm russischen Dolmetscher auf einen kleinen Sattel kurz unterhalb des Gipfels.
Auf den Hängen hat der Sturm etwa eineinhalb Meter Neuschnee abgelegt. Im Schwebeflug wird die Maschine evakuiert und dann stiebt der ganze verrückte Haufen einer nach dem anderen die steile Nordflanke hinab. Grosse weite Hänge, endlich feinster Powder auf den wir sehnlichst gewartet haben bis in ein großes weites Becken in dem die Maschine bis zum „ Bauch „ versunken schon auf uns wartet,
Man fährt hier mit relativ langen und breiten Freerideski die eine enormen Auftrieb haben und müheloses vorwärts kommen auch im bauchtiefem Schnee erlauben.
10500 Abfahrts-Höhenmeter legen Flory`s und Charly`s Gruppen an diesem perfekten Tag zurück, guter Durchschnitt für erfahrene Freerider…und natürlich der Mithilfe eines leistungsstarken Helikopters.
Die Sonne steht schon tief am Horizont als Sascha die Maschine wieder Richtung Heliport Elizovo lenkt. Schrundige Plattenbauten säumen die Strassen, Schmelzwasser sammelt sich in Knietiefen Schlaglöchern, Schornsteine stoßen Ruß in den Himmel und färben die Schneewände an den Strassen pechschwarz. Kein schöner Anblick aber wir sind ja zum Schifahren hier oder… zum Marktbummel wo Robert in seinem Element ist und uns das reichhaltige Angebot von Lachs, Rentierfleisch und Kamschatka Krabben und Seefisch erklärt oder…zum Nachtleben wo in diversen armenischen oder kaukasischen Lokalitäten richtig der Bär tanzt und so mancher Tiefschneekönig bei Wodka leicht mal die Bodenhaftung verliert…Na Sdorowje !
Apropos Bären. Die Halbinsel ist zu fast einem Drittel als Nationalpark geschützt und hat weltweit die größte Braunbärenpopulation, insgesamt 12500 Exemplare…alle im Winterschlaf?
Charly Hetz
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